Sinustöne · Herzschlag · Rauschen
Klangbogen
Drei Phasen in einem Bogen: abholen, beruhigen, schläfrig machen. Alles wird live erzeugt, jedes Mal etwas anders, damit sie sich nicht daran gewöhnt.
Was ist gerade los?
Lautstärke: 0 dB
Leise anfangen und mit einer Dezibel-App einpegeln: höchstens 50 dB am Kopf des Kindes. Handy nicht direkt ans Ohr halten, nie ins Bettchen legen.
Mithören
ausDas Mikrofon erkennt Quengeln und Weinen, und der Klangbogen reagiert darauf. Ausgewertet wird nur auf diesem Gerät. Es wird nichts aufgenommen und kein Ton verschickt.
Feineinstellungen
Gilt für die gewählte Situation und wird auf diesem Gerät gespeichert. Änderungen greifen auch während der Wiedergabe.
Warum so? Die Studien dahinter
Gewöhnung ist normal
Neugeborene drehen sich nach etwa 17 bis 19 Wiederholungen desselben Lauts nicht mehr danach um. Ein neuer Laut holt die Reaktion zurück. Deshalb variiert Phase 1 jedes Mal, und „Variation neu würfeln“ gibt einen frischen Satz.
Steigend holt ab, fallend tröstet
Steigende Tonhöhe zieht Aufmerksamkeit, glockenförmige hält sie. Tröstendes Sprechen zu Babys ist tiefer, fällt ab und schwankt weniger. Phase 1 nutzt steigende und Glockenbögen, Phase 2 wandelt sie in tiefere, fallende Seufzer.
Spence & Moore, Übersicht zu Fernald 1989 und Stern 1982 · Sullivan & Horowitz 1983
Melodie hält länger ruhig als Sprache
Gesang hielt Säuglinge etwa doppelt so lange ruhig wie Sprechen. Wiegenlieder sind langsamer, haben einen kleineren Tonumfang und senken die Herzfrequenz stärker als andere Lieder. Bekannte Lieder wirken am besten.
Corbeil, Trehub & Peretz 2016 · Bainbridge et al. 2021 · Cirelli & Trehub 2020
Bei Reizüberflutung: weniger ist mehr
Zeichen sind Fuchteln und Strampeln, Wegdrehen, Gähnen, Schluckauf. Empfohlen werden gedimmtes Licht, Ruhe, gleichmäßiges Rauschen und Begrenzen mit Händen oder Pucken. In der Neonatologie gilt 45 bis 50 dB als Obergrenze und Pausen bei Stresszeichen.
Wie das Mithören erkennt
Säuglingsstimmen haben einen Grundton von etwa 300 bis 900 Hz mit deutlicher Obertonreihe. Die App schneidet ihre eigenen Töne aus dem Spektrum, sucht im Rest nach dieser Obertonreihe und zählt, wie oft sie in 4 Sekunden deutlich über dem Raumpegel auftaucht. Kurze Laute mit Pausen zählen als Quengeln, laute und fast durchgehende als Weinen. Das ist eine Heuristik, kein Babyphone und kein Medizinprodukt. Ob der Schnuller fehlt, kann sie nicht hören, nur dass nach einer Ruhephase Quengeln beginnt.
Wo die Belege dünn sind
Die meisten Studien zu Aufmerksamkeit und Gesang liefen mit Babys ab 2 Monaten. Mit wenigen Wochen ist der Ablenkeffekt schwächer. Der Bogen selbst, also erst abholen und dann langsamer werden, ist ein Prinzip aus der Musiktherapie und nicht gezielt an Säuglingen geprüft.